Zusammenarbeit vor dem Universalwerkzeug
LISAs historische Selbstdarstellung nennt Branchenkooperation seit 1990: Verlage und Sprachdienste tauschten Produktions-, Technik- und Verfahrenswissen. Das ist Archivmaterial, keine heute aktive Vereinigung. W3C-Einführung.
Ein neuer Projektanbieter benötigt mehr als fertige Dokumente: Satzpaare, Terminologie und Segmentierungsregeln. Ohne Übertragung entstehen Wiederholungsarbeit und Kontextverlust.
Austauschspezifikationen machen Übergaben explizit. Sie machen Systeme nicht identisch, sondern schaffen gemeinsame Darstellungen.
Technisches Erbe: mehrere Ressourcen und Formate
LISA OSCAR bewahrt TMX, SRX, TBX, GMX-V und xml:tm. Das Archiv nennt CC BY 3.0 und ETSI LIS als benannten Nachfolger des Standardsportfolios. Das bedeutet nicht Abschluss aller Folgeprojekte. LISA OSCAR.
| Gegenstand | Referenz |
|---|---|
| Frühere Segmentpaare | TMX |
| Begriffe und Terminologie | TBX |
| Segmentierungsregeln | SRX |
| Volumenberichte | GMX-V |
| Dokumentgebundenes Gedächtnis | xml:tm |
Terminologieexport ersetzt kein Memory; Volumen misst keine Übersetzungsrichtigkeit.
2011 und die weiteren Wege
Ein ETSI-Vorschlag dokumentiert Insolvenz ab 28. Februar 2011 und Fortsetzungsinitiativen. Entscheidend ist der Übertragungsversuch, nicht das Verschwinden sämtlicher Spezifikationen. Vorschlag Mai 2011.
Das Register nennt veröffentlichte TMX- und GMX-V-Dokumente sowie eingestellte SRX-, TBX- und xml:tm-Arbeiten. „ETSI aktualisierte alle LISA-Standards” wäre ungenau. Arbeitsprogramm.
ISO 30042:2019 ist eine aktuelle TBX-Referenz, von der Gemeinschaft Version 3 genannt. Sie bleibt veröffentlicht und wird überarbeitet. ISO, TBX.
Unicode ULI meldet Auflösung im Juli 2020 und schreibgeschützte Archive. Erreichbarkeit ist keine aktive Pflege. ULI-Archiv.
Vom Qualitätsmodell zur konfigurierbaren Bewertung
Technik überträgt Informationen; Bewertung prüft Anforderungserfüllung.
MQM nennt LISA QA als Einfluss. Es entstand in QTLaunchPad und QT21 mit modularer Typologie statt einer festen Metrik. DQF-MQM-Harmonisierung und Ablösung durch MQM Core sind dokumentiert. MQM-Geschichte.
Museumstext, Wartungsanweisung und Werbeüberschrift können andere Prioritäten benötigen. Zweck und Anforderungen müssen Klassifizierung und Gewichtung vorausgehen. Das macht Qualität nicht beliebig, sondern Annahmen sichtbar. Vergleichbare Scores brauchen hinreichend ähnliche Einstellungen.
Dienstleistungen und Projektanforderungen
Nicht jede Referenz stammt von LISA. Planung, Ressourcen und Lieferung bilden weitere Ebenen.
ISO 17100:2015 betrifft Dienstleistungen und schließt rohe MT mit Post-Editing aus. ISO 18587:2017 behandelt vollständiges menschliches Post-Editing. Beide werden überarbeitet; Veröffentlichung und Entwurf sind zu trennen. ISO 17100, ISO 18587.
ISO 11669:2024 betrifft Projekte und Spezifikationen, ISO 5060:2024 menschliche analytische Ergebnisbewertung. Sie ergänzen sich statt einander linear abzulösen. ISO 11669, ISO 5060.
Lokalisierung ist mehr als übersetzte Sätze
OASIS entwickelt XLIFF neben dem LISA-Erbe, nicht als LISA-Autorenschaft. XLIFF 2.2 ist eine Committee Specification vom März 2025; 2.1 besitzt OASIS-Standard-Status. OASIS-Register.
ITS behandelt Metadaten, CLDR regionale Konventionen, MessageFormat dynamische Meldungen und Sprachtags die Sprachvariante. Deshalb kann grammatisch richtige Übersetzung in einem ungeeigneten Produkterlebnis erscheinen. Siehe ITS, CLDR, MessageFormat, BCP 47.
Ausgewählte Zeitleiste
| Zeitraum | Meilenstein | Bedeutung |
|---|---|---|
| Seit 1990 | LISA-Kooperation | Gemeinsame Produktion und Interoperabilität |
| 2000er | Formate und QA-Modell | Explizite Ressourcen und Bewertung |
| 2011 | Insolvenz und Fortsetzung | Verzweigung statt Neustart |
| 2012–2013 | ETSI GMX-V und TMX | Konkrete Fortsetzungen |
| 2013 | ITS 2.0 | Webmetadaten |
| 2015–2017 | ISO Dienste und Post-Editing | Unterschiedliche Produktionsanforderungen |
| 2019 | Zweite ISO 30042 | Neuere TBX-Referenz |
| 2024 | ISO 11669 und 5060 | Spezifikation und Bewertung |
| 2025–2026 | Neue Spezifikationen und Revisionen | Fortentwicklung neben KI |
Die Auswahl behauptet keine durchgehende Kausalkette.
Was KI verändert und offenlässt
GEMBA-MQM untersucht Fehlerlokalisierung durch Sprachmodelle ohne menschliche Referenzübersetzung. Die Autoren nennen Grenzen proprietärer Modelle. Forschung belegt Methoden unter Bedingungen, keine allgemeine Garantie. Publikation.
Unser Schluss: Nachverfolgbarkeit wird wichtiger. Eingaben, Kriterien, Bewertungskonfiguration und Verifikation müssen erkennbar sein, sonst scheitern Interpretation und Wiederholung.
Ein Dateiformat beweist keine korrekte KI-Übersetzung; eine Dienstnorm validiert nicht jeden automatischen Ablauf; ein Rahmen wählt nicht jede Abnahmeschwelle.
Welche Kontinuität wir verfolgen
Wir führen Wissen fort: austauschbare Ressourcen, explizite Anforderungen und prüfbare Bewertung. Wir sind unabhängig, kein Rechtsnachfolger der historischen Sprach-LISA. Domainhistorie belegt diese Verbindung nicht.
Wählen Sie die passende Ebene im Katalog, mit aktuellen und historischen Referenzen.
Quellenanerkennung
Die MQM-Entwicklung paraphrasiert und kürzt Council-Material unter CC BY 4.0 im breiteren historischen Zusammenhang. Siehe Lizenzhinweis. Keine Billigung wird suggeriert.